FSJ in der Vorschule
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- Kategorie: Vorschule
- Erstellt am Samstag, 01. Januar 2011 00:00
- Zuletzt aktualisiert am Montag, 17. Oktober 2011 14:50
- Veröffentlicht am Samstag, 01. Januar 2011 00:00
- Geschrieben von Erat
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„Gefällt es dir hier in Brasilien?“ Dies war wohl die Frage, dir mir während meines Brasilienaufenthaltes am häufigsten gestellt wurde. Für den Brasilianer ist dies eine rhetorische Frage, denn selbstverständlich wird erwartet, dass sie mit einem freudigen Ja beantwortet wird. Dankbar darf ich zurückblicken und sagen, dass dem so ist. Ein Jahr, das viel zu schnell vergangen ist, hat in mir die Liebe zu einem Volk und Land neu geweckt und bestätigt. Unvergessliche Augenblicke, an die ich gerne zurückdenke und wertvolle Erfahrungen, die mich sehr bereichert haben sind nun ein Teil von mir geworden. „Herzlich Willkommen!“ riefen mir ca. 30 Kinder an meinem ersten Tag in der Schule Filadélfia mit
erwartungsvollem Blick zu. Bei solch einer freudigen Kinderschar fühlt man sich gleich wohl und die Kontaktaufnahme gestaltet sich ganz unkompliziert. Bald wurde ich mit meinen neuen Aufgaben vertraut gemacht. Es galt die Kleinen im Kindergarten- und Vorschulalter zu beaufsichtigen und zu betreuen.
In den Klassen 1 bis 3 übernahm ich den Kunstunterricht
und später Informatik. Es war schön für mich zu beobachten, wie die Kinder trotz anfänglicher sprachlicher Barriere sehr unbefangen auf mich zukamen und sich mit mir unterhielten. Ihre spontane und unkomplizierte Art half mir, meine anfänglichen Bedenken und Ängste schnell zu vergessen. In der Küche gab es ein weiteres Betätigungsfeld für mich. Die Köchin Gilmara verstand es, mich mit ihrem frischen und impulsiven Temperament, erfolgreich in die brasilianischen Kochkünste einzuführen. 4 Monate arbeiteten wir zusammen. Neu waren für mich die Erfahrungen, die ich in der Jungschararbeit sammeln durfte. Wir bildeten eine Gruppe mit Kindern im Alter von 8 bis 10 Jahren und trafen uns jeden Samstagvormittag. Auf unserem Programm standen Bibelarbeit, Spiele, ein Ausflug und spezielle Aktivitäten zur Weihnachtszeit. Dieses Jahr in Brasilien werde ich nicht vergessen, es war für mich eine ganz besondere Zeit, die viel zu schnell verging. Die Tage
waren ausgefüllt mit Kennen lernen von vielem Neuen, es entstanden viele Freundschaften, und oft konnte ich nur staunen, wie dieses Volk es versteht, mit einfachen Mitteln sein Leben zu meistern, in schwierigen Situationen zu improvisieren und dabei immer fröhlich und gelassen zu sein. Der Abschied im März dieses Jahres wurde mir so richtig schwer gemacht, indem ein Großteil der Kinder aus der Schule mich am Flughafen überraschte. Als ich durch die Passkontrolle ging, ließ ich eine fröhlich winkende Kinderschar zurück, die ich jedoch fest in mein Herz geschlossen hatte.


